Hufschmied - Eisenbeschläge

Eisenbeschläge wurden in erster Linie für die Arbeit und für das Kriegswesen entwickelt.
Hier war der Beschlag durch den Hufschmied erwünscht, um das Pferd länger einsetzen zu können. Da mit dem evtl.Ausfall des Pferdes die Arbeit nicht verrichtet werden konnte oder ein Krieg verloren wurde.
Der Beschlag und der Hufschmied waren durch die Jahrhunderte von sehr großer Bedeutung. Zwischenzeitlich wird der Beschlag  im Sport, Freizeitbereich und auch im orthopädischen Sektor durch den Hufschmied eingesetzt. Für die Arbeit oder das Militär wird das Pferd heute nicht mehr so viel genutzt.

Es gibt Eisenbeschläge für die Hinterhufe und für die Vorderhufe. Für die Vorderhufe sind die Eisen (runde Form) durch den Hufschmied mit einer Zehenkappe versehen oder mit Seitenkappen, welche aber weiter hinten sitzen als bei Beschlägen für die Hinterhufe (ovale Form). Beschläge für Hinterhufe (ovale Form) sind mit 2 seitlichen Kappen versehen. Natürlich werden vordere und hintere Eisenbeschläge auch ohne Kappen durch den Hufschmied hergestellt. Hier können die Kappen nach Bedarf durch den Hufschmied angeschmiedet werden. Zusätzlich können Hufeisen bei Bedarf durch den Hufschmied aus einem Rohstab selbst herausgeschmiedet werden.
Die Eisenbeschläge werden für bestimmte Bereiche speziell  durch den Hufschmied hergestellt. Stege können bei Bedarf mittels Schweißgerät durch den Hufschmied aufgeschweißt oder angeschweißt werden. Auch das
Feuerschweißen ist für den Hufschmied möglich. Eine weitere Möglichkeit wäre, bei Bedarf, durch den Hufschmied das direkte Schmieden eines Steg- oder Eiereisens aus dem Rohstab.

Vorteile des Eisenbeschlags   Nachteile des Eisenbeschlags

Stabiler Hufschutz, mögliche Haltbarkeit von 2 selten 3 Beschlagsperioden, somit ein günstiger Hufschutz
Einsatzmöglichkeit bei vielen ortho-pädischen Problemen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keine, bis nur geringe vertikale Bewegung der Hufkapsel möglich, somit ein veränderter Hufmechanismus (Kann auch manchmal orthopädisch von Vorteil sein!)
Keine Dämpfung, sondern Stoßverstärkung beim Auffußen mit möglichen Gelenkschäden
Hohes Gewicht, welches das Laufverhalten evtl. negativ manipuliert
Abrieb der Trachten mit ständigen Winkel-veränderungen während der Beschlagsperiode

Erhöhte Verletzungsgefahr, besonders auch bei Einsatz von Stollen
Fast kein Anlaufen der Zehenrichtung möglich

 

 

 

Auch bei Eisenbeschlägen gilt:

 

Ausschneiden der Hufe durch den Hufschmied mit möglichst planer Tragfläche,

damit der Beschlag gleichmäßig aufliegt. Kleinere Unebenheiten können beim Aufbrennen durch den Hufschmied ausgeglichen werden. Die Sohle wird so weit möglich geschont. Die Hufwände werden begradigt (gestreckter Verlauf).
Bei der Auswahl des Eisens durch den Hufschmied  ist zu berücksichtigen, dass der Beschlag ab der weitesten Stelle überstehen sollte. Zusätzlich ist zu beachten, dass der Beschlag ab der weitesten Hufstelle dem Verlauf des Kronrandes folgen sollte, nicht der Trachtenwand. Die Länge des Beschlages sollte der Hufschmied so bemessen , dass die Eckstrebenwinkel gut gedeckt sind und deutlich überragt
werden. Hintereisen können in der Regel etwas länger sein, als Vordereisen. Der Beschlag sollte den Huf bzw. die Gliedmaße, eigentlich das ganze Pferd ausbalancieren; von links nach rechts und von vorne nach hinten. Gegebenenfalls wird z.B. der Beschlag bei der steileren Hufwand etwas überstehen, während er bei der flacheren Wand eng angelegt wird.

Normalerweise wird beim Vordereisen die Zehenkappe direkt vor die Strahlspitze durch den Hufschmied gesetzt.
Bei zehenengem Huf wird die Kappe bzw. das Eisen nach außen gedreht bis diese am eigentlichen Abrollpunkt des Hufes ist. Hierdurch wird der Huf durch den längeren Schenkel im äußeren/hinteren Trachtenbereich unterstützt. Beim zehenweiten Huf wird innen unterstützt.
Beim sogenannten Streifen wird der Huf mit einem Streifeisen beschlagen. Hierbei wird der innere Schenkel des Beschlags sehr eng bzw. leicht unter den Huf gelegt. Gegebenenfalls wird der innere Schenkel des Beschlages durch Abschleifen des Hufschmiedes leichter und schmaler gemacht, zusätzlich bodeneng gerändert.
Zum Boden hin sollte der äußere Rand des Beschlages dort sein, wo der Tragerand des Hufes seiner Winkelung gemäß enden würde, wenn er um die Dicke des Beschlages verlängert wäre.


Verarbeitung


Hufeisen werden durch den Hufschmied geschmiedet, also heiß (glühend) auf dem einfachen, normalen Amboss dem Huf entsprechend durch den Hufschmied geformt bzw. bearbeitet, auf den Huf aufgebrannt, im kalten Wasser abgekühlt (gehärtet) und anschließend auf den Huf durch den Hufschmied aufgenagelt. Die Zehenrichtung wird durch den Hufschmied angeschmiedet bzw. heiß angebogen. Unebenheiten des Hufes werden beim Aufbrennen des Eisens ausgeglichen. Die Kappen (Aufzüge) werden entsprechend dem Wandverlauf durch den Hufschmied zurechtgeschmiedet und miteingebrannt.
Beim Aufbrennen durch den Hufschmied darf das Eisen nur kurze Zeit auf den Huf gehalten werden. Danach wird das nicht plane Horn durch den Hufschmied weggeraspelt, wieder kurz aufgebrannt, u.s.w.
Die Nagellöcher des Beschlages müssen mit dem Verlauf der Weißen Linie identisch sein. Diese Nagellöcher sind in der Regel vorgegeben. Es können aber bei Bedarf auch Nagellöcher zusätzlich durch den Hufschmied angebracht werden. Der Beschlag wird an der Innen- und Außenkante der Trageseite geschliffen (entgradet). Bei engen Hufen kann der Tragerand leicht nach außen abfallen. Auch hier gibt die weiteste Stelle den Sitz des letzten Nagels vor.


Der Beschlagswechsel sollte nach spätestens 6-8 Wochen durch den Hufschmied erfolgen, da sich die Trachten evtl.bedingt durch die Bewegung in die Schenkelenden einarbeiten. Das Nageln und Vernieten ist der Arbeit am Kunststoff sehr ähnlich. Bei Bedarf können Beschläge durch den Hufschmied auch mit Sohlen, Einlagen und Winter-Grip kombiniert werden.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Jürgen Rabe | 01520 - 8970070